Orientierung, Mobilität

und lebenspraktische Fertigkeiten

"blinde Passagiere" im Obus

Niederflurgelenkobusse

Sehen wir uns zunächst einen solchen Bus von außen an.
Seine Gesamtlänge beträgt 18 m. Zum Ein- und Ausstieg stehen 4 Türen zur Verfügung, in jedem Gelenkteil 2.
In der Regel befinden sich die runden Türöffner in einer Höhe von 1,20 m links und rechts neben der Tür.

Nun wollen wir den Bus betreten. Die O-Busse haben im vorderen Bereich keine Stufe, im hinteren Fahrgastraum an den Türen 3 und 4 jeweils 2 Stufen.
In Eberswalde müssen wir 32 - 34 cm Höhenunterschied vom Gehweg zur 1. Trittfläche des Busses überwinden. Vom Bordstein beträgt der Höhenunterschied bei neugebauten Haltestellen 16 - 18 cm. Der Fahrer kann den Bus auf der Einstiegsseite um 10 bis 15 cm absenken, um Behinderten und Müttern mit Kinderwagen den Einstieg zu erleichtern.
2 Sekunden vor dem Schließvorgang ertönt ein Warnsignal.
Mindestens zwei vorgeschriebene Sicherheitseinrichtungen müssen laut Gesetz bei Automatiktüren vorhanden sein. Die zwei Sicherheitseinrichtungen bei der Barnimer Busgesellschaft sind ein Druckwellschalter und eine Trittkontaktmatte. Der Druckwellenschalter befindet sich an der Hauptschließkante der Tür. Er ist weich gepolstert und öffnet die Tür automatisch, wenn die Tür beim Schließen gegen eine Person oder einen Gegenstand stößt. Die Trittkontaktmatte ist auf dem Boden der Ein- und Ausstiegsbereiche installiert. Wird diese Trittkontaktmatte beim Ein- oder Aussteigen mit einem Fuß oder dem kräftigen Druck eines Langstockes berührt, wird der Schließvorgang unterbrochen und die Tür öffnet sich automatisch.
Diverse Busse sind zusätzlich mit einer Lichtschranke an den Türen 3 und 4 versehen. Diese reagiert allerdings nicht auf einen Langstock, auf Grund seines geringen Durchmessers.
An den Türflügeln sind Handläufe bei Ein- und Ausstiegen montiert und steigen beim Einstieg an, folglich beim Ausstieg ab. Beim O-Bus befinden sich in der Mitte von Tür 1, 3 und 4 zusätzliche Haltebügel mit einer Schräge als Handlauf wie an den Türflügeln.
Beim passieren des Fahrers muss eine kleine Schranke in Richtung Fahrgastraum bewegt werden.

Im Bus befinden sich zahlreiche senkrechte Haltestangen.
2 waagerechte Haltestangen sind im Obus vorhanden. Eine beginnt etwa 3 m nach der 1. Tür auf der linken Seite in Fahrtrichtung und reicht über die Freifläche für Kinderwagen und Rollstühle in Höhe der 2. Tür. Sie ist etwa 3,50 m lang. Die zweite waagerechte Stange befindet sich quer zur Fahrtrichtung genau auf der Mitte der Drehscheibe zwischen der 2. und der 3. Tür. Sie ist etwa 2 m lang.
Außerdem bieten gangseitige Griffe an den Sitzlehnen zusätzlichen Halt.
Ab Tür 2 steigt der Fußboden beim O-Bus bis zur Drehscheibe leicht an. Hinter dem Dreh-kreuz ist der Boden eben.
Beim Hinsetzen ist ein Höhenunterschied zwischen Fußbereich Lauf- und Stehbereich und dem Sitzbereich zu beachten. Er beträgt circa 20 cm und ist im Fahrgastraum nicht immer konstant.
O-Busse verfügen gegenüber dem Einstiegsbereich der Tür 2 über eine Gepäckfläche, die aber hauptsächlich für Kinderwagen bzw. Rollstühle gedacht ist. Gepäckstücke sind auf dem Fußboden, unter den Sitzen oder auf dem Schoß zu befördern.

Der Fahrer öffnet und schließt die 1. Tür, die Türen 2, 3 und 4 werden nur vom Fahrer freigegeben. Durch Drücken eines Anforderungsknopfes vom Fahrgast werden nach Anhalten des Busses die Türen 2, 3 und 4 selbsttätig geöffnet.
Diese Anforderungsknöpfe sind an den senkrechten Haltestangen in einer Höhe von 1,20 bis 1,40 m montiert. und haben eine Größe von 2,5 x 2,5 cm. Eine kleine runde Einbuchtung ist vorhanden, in dieser runden Einbuchtung kann das Wort "STOP" ertastet werden.
Im Ein- und Ausstiegsbereich befinden sich zusätzlich auf der linken und rechten Ein- und Ausstiegsseite anders gestaltete Anforderungsknöpfe, diese sind kleine rechteckige Kästen mit einem Drucktaster im unteren Bereich.
Die Türen schließen automatisch. Die Schließautomatik der 2. Tür kann vom Fahrer und auch vom Fahrgast abgeschaltet werden. Dadurch ist ein sicheres Ein- und Aussteigen von Behinderten und Müttern mit Kinderwagen gefahrlos möglich. Der entsprechende Betätigungsknopf befindet sich im Ein- und Ausstiegsbereich der 2. Tür oberhalb des bereits erwähnten Anforderungsknopfes zum Öffnen der Tür.
Durch Betätigen dieses Tasters vor dem Halt des Busses wird außerdem eine Absenkung des Busses an der Haltestelle veranlasst.

Hinweis:
Im Ausnahmefall können auch dieselgetriebene Niederflurbusse, die auf anderen Linien verkehren, zum Einsatz kommen. Die Konzepte der Busse sind aber gleich, somit sind keine wichtigen Unterschiede vorhanden. Unterschiede gibt es lediglich in der Anzahl und den Abständen der Fahrgasttüren.

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Hartmut Wittig, Eberswalde | Datum der letzten Änderung: 4. August 2010