Blinde am Computer? Jeder, der noch nie mit dieser Fragestellung in Berührung kam, wird skeptisch sein. Was soll ein Blinder mit all dem Wirrwarr auf dem Bildschirm anfangen?
Grundsätzlich können Blinde an jedem handelsüblichen multimediafähigen PC, Notebook oder Netbook arbeiten.
Die Dateneingabe stellt im Allgemeinen kein Problem dar. Schließlich schreibt jede gute Sekretärin im Zehn-Finger-System auch "blind".
Da der Blinde die Informationen auf dem Bildschirm nicht sehen kann, muss er auf andere Sinne zurückgreifen. Da bietet sich als erstes das Hören an. Unser Computer muss also das Sprechen lernen. Realisiert wird das durch eine Sprachausgabe.
Blinde, die die Punktschrift beherrschen, ertasten mit ihren Fingerkuppen die Informationen auf einer Braillezeile. Diese befindet sich vor der Tastatur. Auf diesem einzeiligen Display werden kleine Stifte nach oben gedrückt und bilden so Punktschriftsymbole. Auf diese Weise kann der Blinde den Bildschirminhalt und dessen Struktur erkennen.
Das Kernstück für die Arbeit eines Blinden am PC ist der Screenreader (Bildschirmausleseprogramm).Ganz allgemeinn könnte man sagen, es handelt sich hierbei um ein Programm, das den grafischen Bildschirminhalt blindengerecht aufbereitet. Alles Wichtige auf dem Bildschirm wird über Sprachausgabe und/oder Braillezeile an den Blinden weitergegeben. so wird der Blinde in die Lage versetzt, grafische Benutzeroberflächen wie MS Windows zu nutzen.
In den Screenreadern ist bereits eine Sprachausgabe integriert. Mit der Installation des Screenreaders steht somit gleich eine Sprachausgabe zur Verfügung.
Eine Marktübersicht verschiedener Screenreader, Sprachausgaben und Braillezeilen, Produkttests und Anbieter finden Sie auf der Homepage des Projektes INCOBS unter Interessantes zum obigen Thema erläutert auch Matthias Hänel auf seiner Homepage unter Ende Seiteninhalt "Blinde am Computer"